Als Mitglied beim vielfach ausgezeichneten belgischen Solistenensemble für Alte Musik Vox Luminis kann Sebastian Myrus in idealer Weise zwei Welten verknüpfen, die ihm gleichermaßen am Herzen liegen: Solo- und Ensemblegesang – eine Kombination, die ihn seit dem Beginn seiner Gesangslaufbahn begleitet.

Seit der grundlegenden musikalischen Ausbildung beim Windsbacher Knabenchor, dem Sebastian Myrus zehn Jahre lang angehörte, ist der Ensemblegesang aus seinem Sängerleben nicht mehr wegzudenken. Nach dem Studium in den Fächern Berufschor-, Konzert- und Operngesang wurde er neben seinen solistischen Tätigkeiten schnell gerngesehener Gast bei renommierten Vokalensembles. Sebastian Myrus arbeitete u.a mit dem Johann-Rosenmüller-Ensemble, La Hispanoflamenca, den Solistenensembles SingerPur, Sidonia und polyharmonique, Weser Renaissance und Voces Suaves. Regelmäßig tritt er außerdem mit dem Collegium Vocale Gent und der Nederlandse Bachvereniging auf.

2006 rief er mit Kollegen den Kammerchor München ins Leben, den einzigen professionellen Projektchor im bayerischen Raum. Seit dem ersten umjubelten Konzert im Münchner Prinzregententheater folgten vielbeachtete Konzertprojekte, als Höhepunkt ist sicher die Vietnam-Indonesien-Tournee 2013 zu nennen.

Seit 2011 arbeitet Sebastian Myrus außerdem regelmäßig mit dem Athesinus-Consort Berlin, mehrere CD-Aufnahmen belegen die große Bandbreite des Vokalsolistenensembles von Leonhard Lechner bis Frank Schwemmer. Für den Carus-Verlag trug er Kontrafakturen und Neutextierungen für Kompositionen von Lechner  und Distler bei. Auf der zum Reformationsjubiläum erschienenen CD Luthers Lieder befindet sich auch seine Neuvertonung des Luther Chorals Vom Himmel kam der Engel Schar, auch diese Notenausgabe ist beim Carus-Verlag erhältlich. Weitere Choralbearbeitungen und Kompositionen seiner Hand finden sich unter anderem in dem schönen Band „Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit„, bestellbar bei der EKD.

Unter dem Projektnamen Mysikgang erprobt Sebastian Myrus seit 2011 in losen Abständen mit befreundeten Kollegen Musik zum reinen Vergnügen. Um dem Publikum den Spaß an diesen Ergebnissen nicht vorzuenthalten, ist das Ensemble auch in Konzerten zu hören; Rundfunk- und Fernsehaufnahmen dokumentieren das ebenfalls.
Vorwort aus dem Programmheft zum Konzertprogramm „Lamento“:

[ˈmyːsɪçɡaŋ] „… ist aller Laster Anfang.“

Lange Zeit wurde der Müßiggang mit Faulheit gleichgesetzt, als Gegenpol zur Arbeit argwöhnisch betrachtet, ja zeitweise selbst den Todsünden zugeschrieben, während die Muße ihren positiven Klang stets bewahren konnte. Nur derjenige konnte dem Müßiggang fröhnen – und sich nach Herzenslust den freien Künsten, Bildung und Kultur widmen – der es sich leisten konnte, nicht arbeiten zu müssen. Glücklicherweise stehen diese beiden Dinge sich heute nicht mehr unvereinbar gegenüber. Die Notwendigkeit der Kontemplation und des gepflegten Nichtstuns ist mehr und mehr anerkannt.

Wir versuchen, uns die Zeit, den Raum und die Gelegenheit zu geben, frei und mit Muße Musik machen zu können. Zum geistigen Genuss, aus reiner Freude, als vergnügliche Tätigkeit. Der Müßiggang, das Aufsuchen der Muße, das entspannte und von Pflichten freie Ausleben, liegt uns am Herzen. Das ist das verbindende Element unseres Ensembles.
„Es gibt kein Glück ohne Müßiggang, und nur das Nutzlose bereitet Vergnügen.“ (Anton Tschechow)